Capcom plant "radikale Reform" der Entwicklungsabteilung
Neben einer Restrukturierung der internen Studios erwägt Capcom strategische Kooperationen und Übernahmen von externen Entwicklern.
Capcom hat gegenüber Investoren nach Berichten von Gamasutra eine „radikale Reform" der internen Entwicklungsabteilung angekündigt. Zuvor hatte Capcom den langjährigen R&D-Chef Keiji Inafune verloren, der in der Vergangenheit wiederholt durch seine scharfe Kritik an der japanischen Spiele-Industrie von sich reden machte und in Zukunft als unabhängiger Entwickler weiterarbeiten will.
„Als wir uns in Vorbereitung dieser strukturellen Reformen befanden, hat Herr Inafune mitgeteilt, dass er in Zukunft als unabhängiger Entwickler arbeiten will", so ein Capcom-Sprecher gegenüber Investoren.
Capcom hatte das Geschäftsjahr 2009 mit einem Gewinnrückgang von 73% abgeschlossen und auch in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres nochmals 43% Gewinn eingebüßt.
„Wir wollen eine Organisation sein, die Produkte schaffen kann, die unsere Märkte und User reflektieren", so der Capcom-Sprecher. „Wenn mehrere Personen für ein Projekt verantwortlich sind, neigen wir dazu, die Ziele aus den Augen zu verlieren und die Entscheidungswege zu verlangsamen."
Als Ergebnis will Capcom eine vereinheitlichte Organisationsstruktur schaffen, in der einzelne Personen projektverantwortlich sind.
Zudem erwägt Capcom strategische Kooperationen mit externen Studios und schließt auch weitere Übernahmen wie im Falle des jüngst erworbenen Unternehmens Blue Castle Games nicht aus.
„Blue Castle Games war Teil dieser Einstellung", so der Capcom-Sprecher. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben wir keine definitiven Pläne für weitere Akquisitionen. Aber wir werden weitere Übernahmen machen, wenn wir während der Entwicklung eines Spiels mit einem Partner entscheiden, dass eine Übernahme Capcom und den Partner in die Lage versetzt, die Stärken zu auszuschöpfen und Nutzen für beide Unternehmen zu schaffen."
Neben neuen strategischen Partnerschaften will Capcom außerdem die Mitarbeiterzahl in den eigenen Entwicklungsabteilungen verstärken, um den Produktausstoß zu erhöhen.

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