EA-Chef Riccitiello will Activision weiter im Shooter-Genre angreifen
Activisions Black-Ops-Studio Treyarch ist nach John Riccitiellos Ansicht "weit davon entfernt", sich mit Infinity Ward messen zu können.
Activision Publishing
Activision, Inc. is a leading international publisher of interactive entertainment software products....
www.activision.com
Mit ungewöhnlicher Schärfe hat EA-CEO John Riccitiello in einem Interview mit Industrygamers Erzrivalen Activision angegriffen.
Hintergrund ist EAs erklärtes Ziel, unter anderem mit Medal of Honor, aber auch mit den Battlefield-Titeln die zwischenzeitlich an Activision verloren gegangene Marktführerschaft im 3D-Shooter-Genre wiederzuerlangen.
„Wir werden mehr als zehn Millionen Einheiten im Shooter-Genre im Kalenderjahr 2010 von Battlefield: Bad Company bis hin zu Medal of Honor erreichen, verglichen zu zwei Millionen zuvor", sagte der EA-Chef. „Ich glaube, wir sind der einzige größere Akteur mit einem 500-Prozent-Wachstum – das ist die eine Erkenntnis." Die im Schnitt im Bereich der Mitte 70 Prozent liegenden Fachpresserezensionen für Medal of Honor hätten die Erwartungen des Publishers dennoch übertroffen, da man gewusst habe, dass der Titel polarisieren werde. „Activision wird 25 Millionen im Schlepptau des letztjährigen Modern Warfare 2 und dem Launch von Black Ops in diesem Jahr erreichen, und sie werden wahrscheinlich im nächsten Jahr etwas Ähnliches schaffen", so John Riccitiello weiter. „Aber sie haben so fünf oder sechs Fortsetzungen gebraucht, um zweistellige Millionenhöhen zu erreichen."
Activisions Führungsanspruch und das zum Konzern gehörende Black-Ops-Studio Treyarch stellte Riccitiello währenddessen im Interview in Frage.
"Unser Management-Team begann mit diesem Ziel [der Marktführerschaft im Genre, Anm. D. Red.] vor zweieinhalb Jahren und unser erster Beitrag dazu war wirklich Battlefield: Bad Company, und wir werden viel von Battlefield 3 im nächsten Jahr sehen, was aus unserer Sicht der Titel sein dürfte, der den größten Sprung nach vorne darstellt und sehr hilfreich sein wird."
„Ich weiß nicht, wie man zwei Typen in Form des CEO von Vivendi und des CEO von Activision haben kann, die wahrscheinlich die Spiele nicht spielen und jetzt rausgehen und sagen `Treyarch ist unser führender Entwickler´, als könnte man sie dazu salben. Sie haben kein mit 90% bewertetes Spiel gemacht, ich glaube, es [das Metacritics-Rating, Anm. d. Red.] liegt bei 86 derzeit. Ich glaube nicht, dass Testergebnisse der Weisheit letzter Schluss sind, aber wir alle erkennen einen Mitte-90-Titel, wenn wir ihn sehen, und es war Mitte 80."
„Ich glaube nicht, dass man sie dazu machen kann, indem eine Führungskraft sagt `Es ist so´. Die Frage ist meiner Meinung nach, welcher Entwickler wird den nächsten großen Ego-Shooter herausbringen, der dem folgt [was Infinity Ward gemacht hat, Anm. d. Red.] Das ist Wunschdenken und lassen Sie uns Activision zuliebe hoffen, dass sie Recht haben. Ich glaube es ist alles andere als erwiesen, dass Spiele-Kunden ein Produkt von Treyarch in der gleichen Kategorie sehen wie ein Produkt von dem, was Infinity Ward einmal war."
Im nächsten Jahr will Electronic Arts auch mit Hilfe von Drittanbietern weitere Marktanteile im Genre holen. John Riccitiello führte als Beispiele Crysis 2 und Bulletstorm an und verwies zudem auf das eigene Battlefield 3.
„Ich wäre geschockt, wenn wir Activision nichts abknapsen könnten", sagte Riccitiello.

Please register or log in to Gamesindustry International below to read and submit comments.