Ärger für die Gamescom-Austeller: Beschwerden gegen Werbung für World of Tanks
Trotz Rekordausstellerzahlen wenden sich Politiker und Friedensbewegte gegen die größte Spielemesse der Welt: Wegen einer Straßenbahnwerbung für World of Tanks sollen Beschwerden eingegangen sein. Die Grünen nörgeln über den EA-Stand wegen einer MiG-21.
Zwar meldet die gamescom in Köln mit einem Plus von zehn Prozent Rekordausstellerzahlen, doch der Unmut friedensbewegter Bürger und der Grünen über die Darstellung militärischer Motive überschattet für einige Hersteller den Start der größten Spielemesse der Welt.
Nach Berichten von Koeln.de seien bei den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) vermehrt Beschwerden eingegangen, weil auf zehn Straßenbahnen seit Anfang August ganzflächig für den Multiplayer-Titel World of Tanks von Wargaming.net geworben wird.
Auch Kölner Lokalpolitiker geben sich besorgt: Unter anderem kritisiert Kirsten Jahn von den Grünen, dass Electronic Arts in diesem Jahr eine originale MiG 21 auf dem Messestand ausstellt.
„Ich finde es überhaupt nicht gut, dass eine Plattform für Werbung mit Kampfjets geschaffen und somit eine Verharmlosung von Kriegsspielen ermöglicht wird“, so Jahn gegenüber der Aktuellen Stunde des WDR. „Dieser Kampfjet ist nie gebaut worden um Spiele zu bewerben, sondern um Menschen zu töten - und das ist das Erschreckende an der Sache. Es wurde eine Grenze überschritten zwischen dem, was Jugendliche sehen sollten und was nicht.“ Bezeichnender Titel der Sendung: Zu viel Krieg auf der Gamescom.
Die KVB will die Werbung für World of Tanks jedenfalls bis Ende der Messe beibehalten. Aber: Bei der KVB selbst würde man die Werbung nicht gut finden, so deren Pressesprecher Stefan Anemüller: „Bei uns die Sensibilität für das Thema gewachsen. Wir hoffen, dass das in Zukunft bei allen Beteiligten der Fall ist.“ Eine drohende Werbemittelzensur konnte in diesem Jahr jedoch die Aussteller nicht abschrecken: Mehr als 550 Unternehmen (2010:505) aus fast 40 Ländern (2010:33) werden auf dem Kölner Messegelände präsentieren. Der Anteil ausländischer Unternehmen beträgt mittlerweile 50 Prozent (2010:45%).

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