Bigpoint entlässt 120 Mitarbeiter - US-Studio wird aufgelöst
Der Publisher baut 40 Arbeitsplätze in San Francisco und 80 in Hamburg ab. Produktpläne sollen von der Restrukturierung nicht betroffen sein. Firmengründer Heiko Hubertz (Foto) zieht sich als CEO zurück.
Schlechte Nachrichten von Bigpoint: Der Hamburger Publisher baut insgesamt 120 Arbeitsplätze ab. Im Rahmen der Restrukturierung wird die Entwicklungsabteilung in San Francisco komplett aufgelöst und 40 Mitarbeiter innerhalb der nächsten 60 Tage entlassen. An der Westküste bleibt ein Team von zehn Angestellten bestehen, das sich ausschließlich um Marketing, PR und Vertrieb kümmert.
"Wir haben erkannt, dass die Entwicklung von Spielen in den USA nicht wirklich der effizienteste Weg im Moment für uns ist", sagt Bigpoint-Chef Heiko Hubertz gegenüber GamesIndustry International. "Die Spiele, die wir in den letzen beiden Jahren entwickelt haben, waren nicht überaus erfolgreich, und San Francisco mit der Bay Area ist ein ziemlich wettbewerbsintensiver Markt. San Francisco ist nach New York die teuerste Stadt, in der man in den USA leben kann, daher sind die Leute recht teuer."
Das Büro in San Francisco wurde im Jahr 2010 eröffnet und stand unter der persönlichen Leitung von Heiko Hubertz.
In Hamburg müssen dagegen 80 Mitarbeiter gehen. Im Wesentlichen soll es sich um Angestellte aus administrativen Bereichen handeln. Bestehende oder geplante Produkte werden nicht gestrichen; neue Spieleprojekte sollen nach wie vor in Angriff genommen werden.
"Wir benötigen Spielraum für andere Investitionen in anderen Bereichen", so Hubertz. "Wir haben unsere Umsätze bislang fast jedes Jahr verdoppelt und einen Umsatz für dieses Jahr budgetiert, den wir uns gewünscht hatten. Leider konnten wir das starke Wachstum, das wir uns erhofft hatten, nicht erzielen, aber wir hatten für dieses Wachstum Mitarbeiter angeworben. Einen größeren Anteil am Online-Geschäft zur Erhöhung des Marktanteils zu holen, ist heutzutage viel schwieriger."
Der Unternehmensgründer wird den seit längerer Zeit geplanten Wechsel als Executive Chairman of the Board bis Jahresende vornehmen und sich von seiner Rolle als CEO zurückziehen. Ein Nachfolger ist noch nicht benannt. Hubertz plant eine längere Auszeit, wird sich jedoch weder aus dem Unternehmen zurückziehen, noch seine Anteile veräußern.
"Für mich ist dies aus privaten Gründen sehr wichtig", sagt der Bigpoint-Chef. "Ich wollte das Unternehmen nach zehn Jahren starken Wachstums verlassen - eine sehr spannende Zeit mit der Veröffentlichung zahlreicher Produkte in vielen Ländern. Das war wirklich eine harte Phase und ich bin ein bisschen erschöpft. Ich will etwas entspannen, durch die Welt reisen und denke darüber nach, eine Familie zu gründen."
Hubertz´Rückzug sei dabei lediglich ein zeitlicher Zufall und hänge nicht mit der Restrukturierung zusammen. Das Unternehmen sei trotz der Entlassungen nicht in seinem Bestand gefährdet, heißt es.
Im Juli hatte Bigpoint bereits die Entwicklung von Mobile Games eingestellt und 29 Mitarbeiter entlassen.

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