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Weidenhaupt: "Abnormale Marktbewertung bei Free2Play"

Weidenhaupt: "Abnormale Marktbewertung bei Free2Play"

Tue 18 Dec 2012 9:37am GMT / 4:37am EST / 1:37am PST
Free2Play

Gegenüber GamesIndustry International kritisiert Infernum-Chef Andreas Weidenhaupt überzogene Investorenerwartungen, die zum Niedergang vieler Free2Play-Anbieter führen.

Die Berliner Infernum Productions AG wird die gestrige Beteiligung von Koch Media nicht zum Anlass nehmen, exorbitante Wachstumspläne zu verfolgen. Vielmehr setzt Firmengründer Andreas Weidenhaupt auf eine kontrollierte Ausweitung des Geschäfts und will sich nicht von den in den vergangenen Jahren immer höheren Zielen von Investoren verführen lassen.

Viel zu hohe Zuwachsraten in viel zu kurzer Zeit

"Seit Zynga eine geradezu abnormale Marktbewertung erreicht hat, neigen Investoren und Anteilseigner oft dazu, viel zu hohe Zuwachsraten in viel zu kurzer Zeit zu erwarten", sagt Andreas Weidenhaupt im Gespräch mit GamesIndustry International. "Mittlerweile werden einstellige Zuwachsraten ja nicht einmal mehr als gut genug angesehen. Plant man auf hohe zweistelligen Zuwachsraten, läuft man in eine viel größere Gefahr, sein gesamtes Geschäftsmodell zu gefährden, wenn das angenommene Wachstum eben nicht stattfindet. Das betrifft sowohl die Personalplanung als auch die Produktentwicklung und Lizensierung. Im Markt herrscht die Neigung vor, sich gegenseitig zu kopieren, um diese geforderten Wachstumsraten kommunizieren zu können. Mit anderen Worten: nachhaltig, gesund und nicht um jeden Preis wachsen."

Aktuell betreibt Infernum das Minecraft-ähnliche Brick-Force, das von Koch auch als Boxed-Version im Handel vertrieben wird. Der im Vergleich geringe Anteil an der Gesamtverbreitung des Spiels ist für Andreas Weidenhaupt jedoch kein Grund, einen physischen Vertrieb auszuschließen: Markenaufbau durch Regalpräsenz stehen neben den Verkaufszahlen im Vordergrund.

Moderate Wachstumsziele

Zudem hat Infernum kürzlich das taiwanesische Rollenspiel Dragon's Prophet von Runewalker für Europa und die Türkei lizensiert. Mit Runewaker hat Weidenhaupt bereits geschäftliche Erfahrung: Vor vier Jahren hatte der Gründer von Online-Welten und Frogster-Mitgründer den Titel Runes of Magic nach Europa geholt und zu Frogsters Top-Spielemarke aufgebaut.

Die Wachstumsziele, auch was die Teamgrößen angeht, bleiben jedoch insbesondere im Vergleich mit den anderswo propagierten Einstellungsplänen in dreistelliger Höhe durchaus überschaubar. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hat Infernum offiziell zehn Stellen ausgeschrieben.

"Wir beschäftigen derzeit 32 Mitarbeiter und gehen aktuell von 20 neuen Stellen im Jahr 2013 aus", sagt Weidenhaupt. "Aber genau die geschilderte Situation im Markt beeinflusst unsere Personalauswahl: Ich frage mich zum Beispiel, für wen Zahlen von über 300 Millionen registrierten Usern überhaupt kommuniziert werden. Wenn man das durch die logische Brille betrachtet, könnte man dann sämtliche Marketingaktivitäten sofort einstellen, da man ja ohnehin ein Vielfaches des möglichen Publikums erreicht hätte. Ein Online Marketing Manager sollte also Spieleinhalte qualitativ vermarkten können und nicht nur Traffic einkaufen. Wir wollen Mitarbeiter beschäftigen, die das erkennen, so ticken und ihre Kreativität voll ausschöpfen."

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